„Modell in Mellen ist beispielhaft für andere Dörfer"

WP 07.02.2014 | 19:30 Uhr

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Foto: Manuela Nossutta / Foto: Hans Blossey

Mellen. Früher wurden bunte Blumen gepflanzt, Rasen und Hecken zentimetergenau geschnitten, Dorfplätze geschmückt und schon stand der Teilnahme am bundesweiten Vergleich „Unser Dorf soll schöner werden" nichts mehr im Wege. Nicht nur der Name des Wettbewerbs hat sich mittlerweile geändert, auch die Ziele.

„Unser Dorf hat Zukunft" heißt das Projekt nun, das nicht mehr allein auf das äußere Erscheinungsbild des Ortes Wert legt, sondern darauf setzt, dass die Menschen vor Ort ihr Lebensumfeld aktiv gestalten und Verantwortung übernehmen. Gute Gründe, warum Mellen eine erneute Teilnahme am Wettbewerb prüft.

„Die Organisatoren sind gewillt, erneut an 'Unser Dorf hat Zukunft' teilzunehmen", berichtet Dorfsprecher Reinhard Schmidt und ergänzt: „Jetzt müssen wir nur noch die Mehrheit von unserem Plan überzeugen." Die Arbeitsgruppen werden sich Anfang März an einen Tisch setzen und über das Thema diskutieren. Die Ergebnisse sollen in einer Dorfversammlung am 26. März verkündet werden. Bis zum 21. März muss sich Mellen für den Wettbewerb, den das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz seit vielen Jahren mit den Ländern und Verbänden durchführt, angemeldet haben.

Mellen hat Erfahrung mit „Unser Dorf soll schöner werden" und „Unser Dorf hat Zukunft". Zum 25. Mal findet die Veranstaltung auf Kreisebene statt und Reinhard Schmidt ist sich sehr sicher, dass das Golddorf mit seinen 598 Einwohnern stets teilgenommen hat. Höhepunkt war die Kür zum Bundessieger im Jahr 1991 in Berlin.
Neue Anforderungen

Die Anforderungen haben sich gewandelt. Wurde damals vor allem das äußere Erscheinungsbild der Dörfer bewertet, sind die Anforderungen nun tiefgründiger. In Zeiten des demografischen Wandels steht das Engagement der Dorfgemeinschaft im Mittelpunkt. „Es geht darum, sich mit Eigeninitiative den Herausforderungen aktiv zu stellen und zu einem individuellen, ganzheitlichen Ansatz zur Entwicklung des Ortes zu kommen. Soziale Themen sollen ebenso behandelt werden, wie Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung und der Erhaltung einer intakten, gesunden Natur" heißt es im Leitfaden zum 25. Dorfwettbewerb.

Mellen hat gute Chancen, die Jury beim Engagement der Dorfgemeinschaft zu überzeugen. Seit einem Jahr steht das Golddorf ohne Ortsvorsteher da und organisiert sich selbst. Die Meller haben Patenschaften etwa für den Homert-Parkplatz übernommen und Arbeitsgruppen zur Pflege gegründet. Der fehlende Ortsvorsteher wird durch viele engagierte Bürger ersetzt.
Motivationsschub

„Meine innerste Überzeugung ist, dass unser Modell beispielhaft für andere Dörfer ist", sagt Mellens Dorfsprecher Reinhard Schmidt und ergänzt: „Wir sind auf diese Vorgehensweise sehr stolz." Trotzdem schließt Schmidt nicht aus, dass in Zukunft wieder ein Ortsvorsteher in Mellen, das vier Kilometer vom Sorpesee entfernt liegt, benötigt wird. „Vor allem, um unsere Ziele und Anliegen auch im politischen Umfeld zu vertreten."

Geht es nach Reinhard Schmidt, gibt es an einer erneuten Teilnahme Mellens an „Unser Dorf hat Zukunft" keine Zweifel. Der Dorfsprecher sagt: „Der Wettbewerb ist auch ein Motivationsschub für das Organisationsteam und die Arbeitsgruppen, weiterhin aktiv das Dorfleben mitzugestalten."


 

Mellen will den Titel "Unser Dorf hat Zukunft"

SV 08.03.2014 von Julius Kolossa

Mellen -  Das Golddorf Mellen nimmt am Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft" teil – bisher als einziges im Stadtgebiet. Einstimmig fiel die Entscheidung zur Teilnahme im Rahmen der Dorfversammlung am Donnerstag. Reinhard Schmidt, Dorfsprecher: „Wir machen es nicht für Bund oder Land, wir machen es für uns, damit wir uns wohlfühlen können." Daher zähle auch „Dabei sein ist alles" mehr als eine Platzierung.
Vor drei Jahren belegte Mellen bereits den ersten Platz beim Dorfwettbewerb. Nun wollen es die Dorfforumsmitglieder erneut versuchen. Mit dem Dorfladen, dem Jugendraum und Wanderwegen rechnen sie sich gute Chancen aus.

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© Kolossa

Vor drei Jahren belegte Mellen bereits den ersten Platz beim Dorfwettbewerb. Nun wollen es die Dorfforumsmitglieder erneut versuchen. Mit dem Dorfladen, dem Jugendraum und Wanderwegen rechnen sie sich gute Chancen aus.

Gewonnen hätte das Dorf schon dadurch, dass sich Arbeitsgruppen zusammen gefunden haben, um für ein lebensfreundliches Mellen zu sorgen. „Wir sind gut aufgestellt", meinte dann auch Reinhardt Schmidt.

Anteil daran hatte auch Josef Rüth, langjähriger Ortsvorsteher und Initiator der damaligen Aktion: „Unser Dorf soll schöner werden", so dass in Erinnerung an ihn eine Neuauflage vorgenommen wird.

Vor drei Jahren wurde der erste Preis geholt; eine schöne Herausforderung für die Mellener, den Titel auch diesmal wieder zu holen. Dass die Trauben dafür nicht allzu hoch hängen, berichteten Reinhardt Schmidt und Sieglinde Drees, Dorfforumsmitglied. Beide führten ein Kommissionsmitglied des Märkischen Kreises durch das Dorf, und wussten: „Mit dem Dorfladen, dem Dorfforum, dem Jugendraum und bald auch den Wanderwegen haben wir schon vieles seit 2011 umgesetzt."

Wichtig sei jetzt, Ausblicke in die Landschaft zu schaffen, und manche Stellen durch Neubepflanzung aufzuhübschen. Auch der alte Teich könnte durch eine Auffüllung aufgewertet werden, die alte Skaterbahn einer Boccia-Bahn weichen. Und am Homertparkplatz sollen Informationstafeln auf die Nähe zur Luisenhütte und dem Sorpesee hinweisen. Jetzt läuft die Zeit, denn der Dorfwettbewerb findet vom 3. bis 5. Juni statt, so dass innerhalb aller Mellener Vereine die Arbeitseinsätze abgesprochen werden.

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