Ehrenamt sichert günstige Friedhofsgebühren

WP vom 05.12.2014 von Uta Baumeister

Stellten die ehrenamtliche Arbeit in der Pfarrgemeinde Mellen vor: v.li. Margareta Neuhaus, Elke Schmitz, Markus Ickler, Rafael Schierhof, Helmut Schäfer.Foto: Uta Baumeister

Traditionell feierte die Pfarrgemeinde Mellen am 4. Dezember das Patronatsfest zu Ehren der Heiligen Barbara. Erstmals jedoch in Verbindung mit einer anschließenden Gemeindeversammlung im Pfarrheim. „Die Idee, nach vielen Jahren wieder eine Gemeindeversammlung zu veranstalten, kommt aus dem Gemeindeausschuss", berichtete Markus Ickler, der den Abend moderierte. Im Rahmen des Patronatsfestes könne man viele Menschen erreichen, darum sei der Termin für die Gemeindeversammlung damit verknüpft worden. Rund 60 Mellener nahmen im Anschluss an die Patronatsmesse in der St.-Barbara-Kirche daran teil.


Vernetzung ist das Ziel

„Unser Ziel ist es, Gruppen, die sich ehrenamtlich in der Pfarrgemeinde engagieren, eine Möglichkeit zu geben, sich vorzustellen", so Ickler, der die Aufgaben des Gesamtpfarrgemeinderats des Pastoralverbunds Balve-Hönnetal und der Gemeindeausschüsse erläuterte. „Im Gemeindeausschuss Mellen sind jene vertreten, die ohnehin in der Gemeinde aktiv sind. Jeder, der einer Gruppierung angehört, kann im Gemeindeausschuss teilnehmen. So entsteht eine Vernetzung, ohne dass die Gruppen nebeneinander herwirtschaften oder nichts voneinander wissen."

So stellte Elke Schmitz die Messdiener- und Lektorenarbeit vor, die sie gemeinsam mit Marion Merschmeier leitet. Derzeit seien 18 Messdiener aktiv. Ende Januar beenden Elke Schmitz und Marion Merschmeier ihre ehrenamtliche Tätigkeit für die Messdienergruppe. „Wir suchen dringend Nachfolger", betonte Elke Schmitz. Als Lektoren seien derzeit nur sechs Ehrenamtliche aktiv. „Das ist sehr wenig, aber ab Januar bekommen wir weitere Unterstützung und wir nehmen weitere Interessierte sehr gerne in unseren Reihen auf. Zudem wünschen wir Lektoren uns mehr Unterstützung aus der Gemeinde", betonte sie.

Dies gelte auch für das aktuelle Projekt „Totengebet". „Meist übernehmen Nachbarn das Totengebet für die Verstorbenen. Ist dies nicht der Fall, übernehmen es die Lektoren. Wünschenswert ist jedoch, dass es weiterhin die Nachbarn gestalten",erklärte Elke Schmitz.

Margareta Neuhaus berichtete aus dem Familiengottesdienstkreis, der von nur drei Personen organisiert wird. „Wir versuchen, vier Familiengottesdienste im Jahr anzubieten. Besonders gut war der Gottesdienst zu Erntedankfest mit der Aktion Minibrot", erklärte sie. In der Kommunionvorbereitung seien derzeit zehn Kinder, die am 19. April in der St.-Barbara-Kirche ihre Erstkommunion feiern. Eine Firmung gebe es nächstes Jahr in Mellen nicht, da sich die Jugendlichen für die Firmung in anderen Gemeinden entschieden hätten.

Kirche im Dorf lassen

Ein wichtiges Thema war die Arbeit des Kirchenvorstands und die Verwaltung des Friedhofs. „Der Kirchenvorstand ist in erster Linie für die Finanzen zuständig", berichtete der geschäftsführende Vorsitzende Helmut Schäfer. „Zu unseren Aufgaben zählen unter anderen die Verwaltung, die Kollekte und das Aufstellen der Weihnachtsbäume. Unsere Gemeinde steht auf gesunden Füßen, aber wir bitten darum, uns weiterhin zur Seite zu stehen", bat Helmut Schäfer. „Wir möchten, dass die Kirche im Dorf bleibt und möchten die Gebäude erhalten wie die Kirche und das Pfarrheim." „Der Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Friedhofsverwaltung", schloss sich Rafael Schierhof den Worten an. Er ist der Ansprechpartner, wenn es um Belange für den Friedhof geht. „Wir haben in diesem Jahr die beiden Hauptwege in etwa 300 Arbeitsstunden gepflastert. Durch die Eigenleistung haben wir rund 8000 Euro gespart", betonte er. „Es ist wichtig, dass der Friedhof ein würdiger Ort ist und wir die Gebühren niedrig halten können."

Zum Vergleich erläuterte Rafael Schierhof einige Zahlen. Eine Grabwahlstätte in Mellen koste für 30 Jahre 420 Euro Gebühr, auf den städtischen Friedhöfen im Stadtgebiet Balve würden 2500 Euro für 30 Jahre fällig, so Schierhof. Ein Urnengrab auf dem Mellener Friedhof koste für 30 Jahre 200 Euro, die Gebühr für einen städtischen Friedhof betrage 608 Euro.

Um finanziell nicht ins Minus zu geraten, müsse sich der Kirchenvorstand Gedanken über eine Gebührenerhöhung machen. Würde jedoch die ehrenamtliche Verwaltung wegfallen, so müsse der Friedhof entweder geschlossen werden oder in städtische Hände übergehen, was drastische Gebührenerhöhungen nach sich ziehe. Dass die Mellener dies zu schätzen wissen, zeigte sich am Beifall der Zuhörer.

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