Wohlfühl-Atmosphäre auf dem Martinsmarkt

WP vom 06.11.2016 von Alexander Bange

Mellen. Kurz nach dem Ortseingang Mellen – mitten auf der Balver Straße – werde ich von zwei Feuerwehrmännern und einer Feuerwehrfrau angehalten.

Fenster runter, „Hallo“. Dann erhalte ich – sehr freundlich – Auskunft, wo ich meinen Wagen abstellen kann. Prima, denn die Parkplatz-Einweisung für den Martinsmarkt in dem 600-Einwohner-Ort hat in den vergangenen Jahren auch schon mal für Probleme gesorgt. Diesmal scheinbar nicht. „Viel Vergnügen“, wünscht mir der Mann von der Feuerwehr Amecke noch. „Danke.“ Ein guter Start – zumal alle Besucher mit einem Banner begrüßt werden, auf dem „Herzlich willkommen zum Mellener Martinsmarkt“ steht.

Hals- und andere Tücher auf der rechten, ein Forellenstand mit Schätzwettbewerb auf der linken Seite. Schon ist man auf dem Martinsmarkt, der in diesem Jahr zum 21. Mal veranstaltet wird. Wie kann ein Markt über gerade einmal 250 Meter mehr Menschen locken als es Einwohner im Dorf gibt?

Am Waffelstand vor der Kirche bildet sich eine „Schlange“. Gegenüber werden Kinder von Jugendlichen der Katholischen Landjugend-Bewegung Langenholthausen geschminkt. Ganz schön professionell. Die Farbe im Gesicht verschmiert nicht einmal, als es um kurz nach 14 Uhr zu nieseln beginnt. Sechs Grad. Schnell aufs Regenradar geschaut. Wie so oft: die Regenwolken ziehen durchs Sauerland und den Märkischen Kreis und damit auch über Mellen.

Trocken sitzen die Kinder im Zelt, auf Strohballen. Sie gucken den Film „Michel aus Lönneberga“. In der St.-Barbara-Kirche ist gerade das Martinsspiel zu Ende gegangen. Gedämpftes Licht. Auf den Bänken sitzen noch immer Menschen, genießen die Ruhe, beten.

Kein Stress

Stressig ist es auch draußen nicht. Wintermützen sind beliebt, Regenschirme werden aufgespannt. Wer sich eine Pause vom gemütlichen Flanieren gönnt, sucht Unterschlupf. Im Pfarrheim – kaum noch ein Platz frei. Auf den Höfen Gödde oder Drees – viele glückliche Gesichter. Der Glühwein des gemischten Chores „Melodie“ geht massenweise über die Theke. Die Suppe der Schützenbruderschaft St. Hubertus – vor 14 Uhr ausverkauft. Im Landmarkt: Allenfalls freie Plätze im hinteren Bereich. Gute Stimmung bei den Sportlern des SV Rot-Weiß Mellen (Helene Fischer läuft) und in der „Sängerklause“. Viele kennen sich untereinander. Es wird flaniert, geklönt, gelacht, getrunken. Schon sind zweieinhalb Stunden vorbei.

Das Geheimnis des Mellener Martinsmarktes? „Überschaubar und harmonisch“, bringt es Marga Drees vom Organisationsteam auf den Punkt


Mellener Martinsmarkt ein Menschenmagnet

SV vom 06.11.16 18:08 von Julius Kolossa

Mellen - „Viel Vergnügen auf dem 21. Mellener Martinsmarkt“, eröffnete Marco Voge, Ortsvorsteher des Golddorfes, pünktlich um 11 Uhr am Sonntag das Geschehen auf der Mellener Hauptstraße. 42 Stände gehörten dazu, die den Besucher eine große Auswahl an Dekorationsartikeln, aber auch Kleidung, Karten, Gestecken und Kränzen anboten.

Und weil sich im Gegensatz zu den vergangenen Jahren die Temperaturen diesmal nicht im spätsommerlichen Bereich befanden, sondern vielmehr typisch herbstlich waren, durfte auch ungeniert Glühwein und heiße Schokolade oder Kinderpunsch bestellt werden. „Miraculix“ hatte alle Hände voll zu tun, seinen Zaubertrank auszuschenken.

Daneben verkauften die Schützen Erbsensuppe, Rosmarinkartoffeln und Leberkäse. Kulinarisch setzte der Sportverein mit Grünkohl – alternativ Pommes mit Bratwurst oder Currywurst – noch einen drauf. Überall wehte dem Martinsmarktbesucher der Duft von Essen in die Nase. Hier brieten Pilze in einer Pfanne, da gab es Hot Dogs mit selbst gemachter Soße und frisch gebackenen Brötchen.
Massen beim Martinsmarkt in Mellen

Woanders wurde Brot im Steinofen gebacken; vom Chor Melodie Mellen gab es Reibekuchen. Bummeln, Genießen und Erleben war auch diesmal angesagt. Die Familien ließen sich auch vom zwischenzeitlichen Regen nicht abschrecken, sondern waren ebenso zahlreich wie in den vergangenen Jahren.

Schnell herumgesprochen hatte sich die von Vikar Tobias Kiene veranstaltete Aktion „Fünf Minuten Pause mit Gott“ in der ganztägig geöffneten Pfarrkirche. In den Ablauf mit einbezogen wurden Gesang von Maria Steinberg und Orgelspiel von Tim Störmer, aber beim Martinsspiel gehörten auch die Kinder mit dazu.

Im Trubel draußen genossen Jung und Alt die Veranstaltung, bei der schon am Mittag die Parkplätze knapp wurden. Wieder war das Ordnungsamt unterwegs, um die Einhaltung des Halteverbots zu kontrollieren. Manche ersparten sich den Stress und nahmen den Bürgerbus, der in regelmäßigen Abständen den Martinsmarkt anfuhr.

Zu den musikalischen Höhepunkten gehören neben dem Auftritt des Mellener MGV auch der vom Trommlerkorps Eisborn, von Melodie Mellen und zum zweiten Mal der Balver Grundschule mit dem Chor aus der 3. und 4. Klasse sowie der Bläserklasse.

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