Freizeitspass

WP vom 23.03.2017 von Peter Müller

Eine „Baumel-Bank“ steht nun auf der Aussichtsplattform bei Mellen. „Ich habe zusammen mit meiner Frau im Urlaub im Park von Bad Bentheim eine solche Bank gesehen, fand sie toll und habe die Idee mit nach Mellen genommen“, erklärte Reinhard Schmidt, Mellener Dorfaktivist, ehemaliger Kämmerer der Stadt Balve und Erbauer der neuen Bank. Auf dieser kann man nicht nur die Seele sondern auch die Beine baumeln lassen, denn sie ist fast doppelt so hoch wie eine normale Parkbank. Mitgewirkt haben Christoph Schäfer, der aus seinem Unternehmen das Holz stiftete, und Johannes Wortmann, der mit seiner CNC-Fräse das Entstehungsjahr und die Bezeichnung „Baumel-Bank“ in eines der Rückenbretter schnitzte.

Gemeinsinn überwindet Finanzlöcher

Angefangen hatte alles schon im vergangenen Jahr mit der Aktion „Dorfentwicklungskonzept“. Als ehemaliger Kämmerer war sich Reinhard Schmidt der knappen Mittel der Gemeinden bewusst. So entschloss er sich gemeinsam mit seinen Mitstreitern, durch Eigenleistung, gespendete Materialien und Unterstützung von Zimmerer Vinzenz Schulte, der die Baupläne für eine solche Aussichtsplattform parat hatte, das Stadtsäckel zu schonen. Im April 2016 konnte dann die Plattform nach vielen Arbeitsstunden eingeweiht werden.

Doch irgendetwas fehlte noch. Man konnte sich nur am Geländer abstützen und den Blick auf Hügel und Täler des Sauerlandes im Stehen genießen. „Zum Verweilen fehlte eine Bank“, wusste Schmidt als begeisterter Wanderer sofort. Die Plattform liegt am Weg zwischen Beckum und Schloss Wocklum, und viele kommen hier per pedes vorbei. Hätte Reinhard Schmidt eine Bank in normaler Höhe gebaut, hätten die Bretter des Geländers den Ausblick versperrt. Höher als gewöhnlich musste sie also sein.

Ein bisschen Bürokratie gab’s dann doch

Ein wenig Bürokratie musste noch überwunden werden. Doch in Verwaltungsdingen kennt sich der ehemalige Sparfuchs der Stadt Balve aus. Die Verantwortlichen wurden offiziell wegen der Maße der Bank angeschrieben und Zeichnungen beim kommunalen Versicherungsverband eingereicht. Denn wegen der Haftung bei einem Unfall musste alles seine Richtigkeit haben. Im November kam dann der Bescheid, dass die Bank wie geplant gebaut werden dürfe. Die Erbauer entschlossen sich, das Holz, das von Christoph Schäfer eigentlich für den Bau eines Brückchens in Mellen gestiftet worden war, nunmehr für das Sitz- und Baumelmöbel zu verwenden, denn die Idee des Brückenbaus war inzwischen verworfen worden.

Die Pflege der Bank wird auch von Reinhard Schmidt übernommen. „Sie ist mein Patenkind“, sagt er und betont: „Außerdem haben wir im Dorf eine Truppe, die Gewerke aus Holz, wie zum Beispiel Wartehäuschen, ständig pflegt und instand hält.

Treffen der Aktivisten

In der kommenden Woche treffen sich wieder alle Aktivisten zum Thema „Unser Dorf hat Zukunft“. „Wir wollen in Mellen alles tun, damit sich Einheimische und Gäste hier wohlfühlen“, bekräftigt Schmidt. Johannes Wortmann lässt von der Bank aus den Blick in die Ferne schweifen und ist begeistert: „Leben wir nicht schön hier? Ich fühle mich hier im Sauerland richtig wohl.“

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