Mellen stolz auf neue Orgel – sie ist digital

WP vom 27.02.2018 von Alexander Lück

Halleluja! Mellen hat eine neue Orgel. Sie klingt analog, ist aber digital bestückt. Dahinter steckt harte Arbeit.

Mellen hat eine neue Königin. Nein, den Beginn der Schützenfestsaison hat noch niemand verschlafen. Aber in der St.-Barbara-Kirche steht ab sofort eine neue Orgel, die „Königin der Instrumente“, für ihren Einsatz bereit.

Das freut Pfarrer und Pastoralverbundsleiter Andreas Schulte wie auch den Geschäftsführenden Vorsitzenden des Kirchenvorstandes Helmut Schäfer. Mit der Vorabendmesse am kommenden Samstag wird das Instrument, das vor einer Woche geliefert wurde, offiziell seiner Bestimmung übergeben. Schon jetzt steht sie auf der Orgelbühne der St.-Barbara-Kirche.


Was digitale Technik chic macht

Die vielleicht drei Dutzend Pfeifen, die an die Wand hinter dem Spieltisch geschraubt sind, sind lediglich Dekoration. Es handelt sich nämlich um eine digitale (sprich elektronische), nicht eine Pfeifenorgel. Das bedeutet etwas vereinfacht, dass die Klänge bei dieser noch recht jungen Vorgehensweise von verschiedenen Pfeifenorgeln abgenommen und für das digitale Instrument gesampelt werden. So entsteht in dem Gotteshaus ein Klang, der einer Pfeifenorgel ziemlich nahe kommt – zu einem deutlich niedrigeren Preis.

Dafür hat die Mellener Gemeinde bislang etwas mehr als 17 000 Euro in die Hand genommen. „Und zwar aus unseren eigenen, in den letzten Jahren dafür gebildeten Rücklagen. Wir wollten die Anschaffung gerne auch sofort bezahlen können“, berichtete Helmut Schäfer gestern. Ein mittlerer vierstelliger Betrag wird noch hinzukommen.

Wer spielt in der Morgenfrühe?

Denn es soll eine Selbstspielanlage angeschafft werden, steuerbar aus der Sakristei. „Und nur für den Notfall, wenn kein Musiker zur Verfügung steht. Werktags früh zum Beispiel. Wir werden die Organisten damit nicht ersetzen“, sagt Pfarrer Schulte. In Mellen kommt in dieser Funktion hauptsächlich Manfred Stein zum Einsatz. Der Balver, der auch in anderen Gotteshäusern der Umgebung in die Tasten haut oder als Chorleiter den Ton angibt, hat die Auswahl und Anschaffung der digitalen Orgel – Eminent 400 LX D ist die genaue Bezeichnung – fachkundig begleitet und stand mit der Herstellerfirma in Kontakt.

Jede Menge Pfeifen

Ihm und allen anderen Musikern stehen auf dem neuen Instrument auf drei Manualen und dem Pedalwerk über 50 Register – also verschiedenen Klangfarben – zur Verfügung. Darunter sehr charakteristische und präsente wie Trompeten, Fagott oder Oboe. Ein Vorteil des digitalen Instruments: Diese große klangliche Vielfalt wäre mit „echten“ Pfeifen in der Kirche mit nicht wirklich kathedral-haften Ausmaßen nicht unterzubringen. Ganz zu schweigen von der Finanzierung für die Gemeinde im Golddorf.

Statement für die Zukunft

Pfarrer Andreas Schulte sieht die Anschaffung einer neuen „Königin der Instrumente“ auch als Statement für die Zukunft des Gotteshauses im Dorf. „Wir setzen die Grundlage dafür, dass die Menschen hierhin auch weiter zum Gottesdienst kommen können. Musik in der Liturgie hat einen ganz hohen Stellenwert, sie unterstützt den festlichen Charakter.“

Patzer beim Barbara-Lied

Genau das konnte das alte Instrument, ebenfall elektronisch, zuletzt nicht mehr so wirklich. Das im Rahmen der letzten Kirchenrenovierung 2002 angeschaffte Instrument war ohnehin nur als Provisorium angedacht – und war zuletzt durch Aussetzer aufgefallen. Etwa beim Patronatsfest im Dezember vorigen Jahres, ausgerechnet beim Barbara-Lied. Einen kleinen Erlös durch den Verkauf der alten „Königin“ will die Gemeinde aber noch erzielen.

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