Alle Mellener erhalten einen Fragebogen

WP vom 06.06.2018 von Marcus Bottin

Mellen. Die Dorfgemeinschaft Mellen will Fragebögen an alle Bewohner des Dorfes verteilen, um deren Wünsche zu erfahren.

Die Dorfversammlungen sind eine lieb gewordene Tradition in Mellen. Bevor Marco Voge Ortsvorsteher im Golddorf wurde, gab es eine längere Vakanz in diesem wichtigen Amt. Als Konsequenz wurde damals die Dorfversammlung ins Leben gerufen. Dort können Dinge besprochen werden, die das Dorf betreffen, und Vorschläge gesammelt werden, die Mellen voranbringen.

Weil Marco Voge seinen Job als Ortsvorsteher nicht als One-Man-Show versteht, soll es die Dorfversammlungen auch in Zukunft geben. Obwohl zwischen 20 und 50 Leute regelmäßig daran teilnehmen, bleibt ein großer Teil der Bevölkerung ungehört. Das soll sich ändern.

Um noch mehr Leute zu erreichen – gerade auch diejenigen, die nicht zu den regelmäßigen Besuchern der Dorfversammlungen gehören, soll ein Fragebogen an alle Bewohner des Dorfes verteilt werden. Beate Vedder Stute hat den Fragebogen zum Thema Dorfentwicklung erarbeitet und während der Dorfversammlung vorgestellt.

Initiative aus dem Dorf

„Es geht grundsätzlich um die Frage, wo wollen wir hin? Welche Wünsche und Vorstellungen haben die Menschen im Dorf?“, erklärt der Ortsvorsteher. Startschuss für die Umfrageaktion soll in den nächsten Wochen sein. Die Antworten und Vorschläge werden zügig ausgewertet, auf Machbarkeit geprüft und priorisiert. Marco Voge dankt Beate Vedder-Stute für ihre Bemühungen und zeigt sich optimistisch: „Da kommen manchmal sehr spannendes Sachen bei raus, an die wir vielleicht bisher noch gar nicht gedacht haben. Besonders toll finde ich, dass es eine Initiative ist, die aus dem Dorf kommt. Wir hoffen, dass sich möglichst viele Menschen daran beteiligen.“

Die Dorfgemeinschaft Mellen plant außerdem, einen öffentlichen Bücherschrank im Golddorf aufzustellen. Was in Balve an der Hauptstraße erfolgreich vorgemacht wird, soll auch in Mellen funktionieren. Die ursprünglich ins Auge gefasste Idee, dafür eine ausgediente Telefonzelle der Post zu nehmen, wurde jedoch schnell verworfen. „Die Post will 450 Euro für eine alte gelbe Telefonzelle haben, und die muss auch noch in Potsdam selber abgeholt werden“, berichtete Marco Voge.

Schild für Aussichtsplattform

Die Idee soll aber weiter verfolgt werden. „Wir wollen mal mit RWE sprechen, ob die uns helfen können. Und wir verfolgen auch die Idee, die in Lüdenscheid praktiziert wird, einen umgebauten Kühlschrank als Bücherschrank zu nutzen“, so Voge. An der Aussichtsplattform über Mellen soll zukünftig ein Schild über Sehenswürdigkeiten, Himmelsrichtungen und Details zur Aussichtsplattform informieren.

Weil das Martinsmarkt-Komitee durch natürliche Fluktuation ein wenig geschrumpft ist, wird Verstärkung gesucht. Als dienstältestes Mitglied des Martinsmarkt-Komitees will Marga Drees in den nächsten Tagen und Wochen alle Vereine des Dorfes ansprechen und sondieren, inwieweit diese sich beteiligen wollen oder können. Ortsvorsteher Marco Voge betont, dass zur Organisation des Martinsmarktes nicht nur Vereinsvertreter eingeladen seien. Jedermann könne gerne mitmachen: „Das ist eine so tolle Veranstaltung. Wenn die Arbeit auf immer weniger Schultern ruht, wird es immer schwieriger.“

Vandalismusschäden

Ärger gibt es im Dorfpark, denn am Barfußpfad kommt es immer wieder zu Vandalismusschäden. „Das ist wahnsinnig ärgerlich“, klagt Marco Voge. „Denn das wird ehrenamtlich gepflegt und ist für die Allgemeinheit.“ Nun will die Dorfgemeinschaft ein Schild aufstellen, um auf die Problematik aufmerksam zu machen und an die Vernunft zu appellieren, Gemeinschaftseigentum in Zukunft nicht mehr mutwillig zu beschädigen.

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