Mellen, wie es singt und lacht

WP vom 02.01.2019 von Sven Paul

Das Neujahrssingen im Golddorf erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. Nach dem Singen ist vor dem Feiern.

Tradition verpflichtet. Einerseits. Andererseits muss sie am Leben gehalten werden. Das gilt für das Neujahrssingen in Mellen genauso wie für andere liebgewonnene Bräuche. Das Schöne im Golddorf: Der fröhliche Brauch am Neujahrstag erfreut sich ungebrochen großer Beliebtheit. Mehr noch: Vor allem junge Männer ließen am ersten Tag des Jahres in der Nachbarschaft ihre Stimmen erschallen.

Stimmen geölt

Rund 20 junge Mellener kamen am Landmarkt zusammen, vorne weg der amtierende Mellener Schützenkönig Christian Rüth.
Die Stimmen wurden bei einem ersten gemeinsamen Umtrunk im Dorf-Café geölt. Gegen Mittag trennte sich die Gruppe, um zum Teil die Balver Straße oder aber die Poststraße musikalisch zu erkunden. Dabei ging es von Tür zur Tür. Vorgetragen wurde das Lied „Damen und Herren“. Wie gewohnt, gehörte für die Anwohner dazu, mit Schnaps dafür zu sorgen, dass die Stimmbänder der jungen Burschen geschmeidig blieben. Nachdem das ganze Golddorf durchwandert worden war, ging es gemeinsam zum traditionellen Abschluss bei Alfons Dietrich.
Der Brauch hat sich übrigens im Lauf der Jahrzehnte ein wenig gewandelt, wie Winfried Rüth im Netz auf der Seite „www.balve-mellen.de“ notiert hat. Demnach machten sich junge Leute einst auf, um jedem Haus mit kräftigem Gesang ein frohes neues Jahr zu wünschen. „Sie hatten einen langen Stock dabei, auf den sie nach ihrem Gesangsvortrag zur Belohnung eine rund gekringelte Mettwurst gesteckt bekamen“, wie sich Winfried Rüth erinnerte. „Meistens gab es dann für die Älteren auch noch ein Schnäpschen dazu.“

Ein Gang in die Räucherkammer

Winfried Rüth weiter: „Ich erinnere mich noch daran, dass mein Opa immer am Neujahrsmorgen die gleiche Frage stellte, ob noch die Wurst für die Neujahrssänger übrig gelassen wurde. Im gleichen Moment stürmte meine Oma dann in die Räucherkammer, um eine Mettwurst zu holen.“

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