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Mellenerin engagiert sich für heimischen Babywald.

WP vom 05.08.2021 von Alexander Lück

Die Zukunft des Forstes macht ihr Sorgen. Mehr als zwölf Monate hat sie mit Fachleuten gesprochen. WDR zeigt Reportage

Mellen Solveig Flörke liegt der Wald am Herzen. Die Mellenerin engagiert sich für den ersten Babywald im Stadtgebiet. Er liegt im Dorf auf einem Grundstück von Landwirt Johannes Vedder-Stute oberhalb der Vogelstange. Solveig Flörke sorgt sich um die Zukunft des heimischen Forstes: „Wir beschäftigen uns nach dem großen Fichtensterben mit der Frage: Wie soll es weitergehen? Wie wird der Wald der Zukunft aussehen? Gibt es Alternativen, um mit dem Wald Geld zu verdienen, außer Fichten anzubauen?“ Die Filmemacherin engagiert sich praktisch, aber auch beruflich für den Wald. In einer langen Reportage geht die Journalistin auf Spurensuche.

„Unsere Protagonisten kommen aus Altena, Lüdenscheid, Finnentrop und Arnsberg, sind im Falle des Arnsbergers auch zuständig für Balve und Umgebung“, erklärt sie.

Kritischer Blick auf Fördermittel

„Ich bin im letzten Jahr auf dieses Thema gekommen, weil mir überall die schockierenden Bilder unserer sich so veränderten Landschaft aufgefallen sind. Beispielsweise wenn ich mit den Kindern durch den Wald geritten bin, dann erstreckte sich auf einmal eine Mondlandschaft, wo Zeit meines Lebens ein Wald gestanden hat“, erläutert Solveig Flörke ihre Motivation.

Aus einer Idee wurde ein Film: „So bin ich der Frage dann über zwölf Monate nachgegangen.“

Ihr Fazit: „Noch nie ging es dem Wald so schlecht wie heute. Ob im Westerwald, im Harz, dem Teutoburger Wald oder in der Eifel. Wo einst Bäume standen, liegt jetzt die Erde brach. Und von den Bäumen, die noch stehen, ist nur noch jeder fünfte gesund. Schuld ist der Klimawandel.“

Dennoch richtet Solveig Flörke ihren Blick auch auf die Waldwirtschaft: „Schuld sind aber auch all jene, die bislang am Wald ganz gut verdient haben. Und ausgerechnet die sollen jetzt mit Steuergeldern den Wald wieder retten. Dabei bieten die staatlichen Fördermittel viel zu wenig Anreize, den Wald der Zukunft zu schaffen.“ Sie spult in ihrem 45-Minüter zurück: „Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Holzindustrie auf Fichten. Sie wachsen schnell, liefern gerade Stämme und lassen sich leicht mit Maschinen fällen. Doch sie sind anfällig – gegenüber extremen Wetterlagen und gegenüber den Schwankungen des Holzpreises. Für den Wald der Zukunft ist die Fichte ungeeignet.“

Doch was soll aus den Mondlandschaften werden, die sich ausbreiten? So lautet Solveig Flörkes bange Zukunftsfrage. Wie sieht der Wald der Zukunft aus, der den zunehmenden Extremen des Wetters trotzt und zugleich dringend benötigtes Bauholz liefert? Solveig Flörke weiß: In Deutschland hängen eine Millionen Jobs am Wald. Der Markt brummt wieder. Holz ist gefragt, wird teuer. Handwerker sehen bereits Materialengpässe.

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