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Zwei neue Routen informieren über Folgen vom Monster-Sturm „Kyrill“ und von der Borkenkäfer-Invasion

WP vom 28.08.2021 von Alexander Lück

Foto: Wald-Wanderweg der besonderen Art: Sieglinde Drees, Otmar Hermanns, Reinhardt Schmidt (von links) mit den neuen Info-Tafeln Alexander Lück

Mellen Borkenkäfer und Monster-Sturm „Kyrill“ haben dem heimischen Wald in den vergangenen Jahren massiv zugesetzt. Die Auswirkungen des Klimawandels kann man nun auf zwei Wanderwegen rund um das Golddorf erleben, dazu gibt es eine große Infotafel.

Noch immer kann man dem Verschwinden vor allem großer Fichtenbestände quasi zusehen – und auf zwei neuen Wanderwegen rund um Mellen hautnah betrachten. Ortsunionsvorsitzende Sieglinde Drees und Balves Ex-Kämmerer Reinhard Schmidt hatten mit anderen engagierten Mellenern die Idee zu den neuen Wanderwegen.

In Mellens Dorfmitte, gegenüber der Schützenhalle und passenderweise neben dem „Kyrill“-Denkmal, informiert ab sofort eine große Tafel auf zwei Seiten. Drees, Schmidt und Otmar Hermanns vom Verein „Hönnetal im Wandel“ stellten sie am Freitagmorgen auf.

Detailliert beschrieben sind Auswirkungen des Klimawandels. Beeindruckend sind darauf die Zahlen für die Umgebung um Mellen aus dem Gebiet der dortigen Forstbetriebsgemeinschaft: 172.000 Festmeter Fichtenholz standen hier vor Kyrill, 6000 sind es heute noch. Die Texte hat überwiegend Reinhard Schmidt verfasst, eindrückliche Fotos sammelte Sieglinde Drees. So dynamisch ist die Situation im Wald, dass der Text kurzfristig verändert wurde. Beide Strecken beginnen und enden an der Tafel und führen teilweise zusammen. Die kürzere Weg ist viereinhalb Kilometer lang, wer’s sportlicher möchte, kann sieben Kilometer gehen.

Immer wieder führt der Weg durch große, kahle Flächen. Und zwar von Mellen aus in Richtung Sorpesee, in Teilen über den dortigen Höhenweg sowie auch über die Waldroute Sauerland, an der Heinrichsquelle kommt man auch vorbei. In Kürze werden für beide Routen noch Plaketten auf der Wegstrecke angebracht.

Hier gibt die Informationen zum Wanderweg!

Geld auf der Dorfkasse

Finanziert hat das Projekt die Mellener Dorfkasse, die Ortsvorsteher Daniel Schulze Tertilt verwaltet. Für einen Antrag auf Leader-Förderung wäre das Ganze nicht umfangreich genug, der Papierkram zu aufwendig gewesen, erklärt Sieglinde Drees. Ganz ohne Bürokratie ging es aber doch nicht, wie sie schmunzelnd weiterführt. „Man kann nicht einfach so einen Wanderweg anlegen.“ Dafür trat man in Austausch mit der Stadt Balve und dem heimischen SGV. Den Rahmen für die Infotafel stellte die Stadt Balve auf. Und dieses Gerüst ist nachhaltig, weil wiederverwertet, es stand schon mal in Mellen. Schmidt: „Wir konnten uns den Rahmen sichern und haben ihn aufpoliert.“

Nicht an den neuen Wanderrouten gelegen ist die Aussichtsplattform über Mellen. Aber auch hier wird in Kürze eine Tafel aufgebaut. Das Panorama des Golddorfes in zwei großen Fotos, als Vorher-Nachher-Vergleich.

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